Chinesen

Kreuzungszeichen

Damit die kleine Camel Trophy mit seinen Kartenrepros nicht zu langweilig wird, kommen sicher wieder ein paar Chinesenzeichen zum Einsatz.
Der eine oder andere "Neue" wird jetzt sicher etwas gezuckt haben und fragen: "Was sind Chinesenzeichen?"
Die sogenannten Chinesen sind kleine Abbildungen / Skizzen der markanten Streckenpunkten. Sie beschreiben dem Teilnehmer den vom Fahrtleiter gewünschten Weg. Chinesen werden oft da verwendet, wo die Karte nicht stimmt, oder die Karte zu wenig Details wiedergibt. Mit drei Chinazeichen kann man einen Teilnehmer u. U. fünfmal um einen Baum jagen.
Auch eignet sich der Chinese zum beschreiben einer Überführungsetappe. Wenn das Ortsausgangschild im ersten, und das Ortseingangschild des nächsten Orts im zweiten Chinazeichen abgebildet ist, kann man als Teilnehmer vor Tricks ziemlich sicher sein, und entspannt fahren.
Aber schauen wir uns den Chinesen einmal genauer an.
Ein quadratisches Kästchen mit der Abbildund einer Kreuzung in der Mitte (siehe z.B. bei der Überschrift). Meistens ist in einer frei vom Veranstalter gewählten Ecke eine Zahl, mit der die Reihenfolge der Zeichen bestimmt wird. Wenn der Fahrtleiter fleißig war, sind noch verschiedene Details links und rechts des Weges abgebildet.
Meistens hat das Kreuzungssymbol an einer Seite einen Punkt, der beschreibt den Standpunkt, bzw. die Seite von der man auf das Kreuzungssymbol trifft und fast immer eine Pfeilspitze, die die vom Fahrtleiter gewünschte Fahrtrichtung darstellt.
Wie ihr merkt, drücke ich mich ganz vorsichtig und wage aus, dass hat seinen Grund!
Sollte das Chinazeichen keinen Standpunkt haben, kommt man beim Chinesen immer von unten und fährt zur Pfeilspitze. Fehlt die Pfeilspitze handelt es sich warscheinlich um eine Fischgräte. Dazu aber später.
Die Reihenfolge der Chinsen kann auf verschiedene Weisen bestimmt werden:

Meistens kommt bei Ori´s der nummerierte Chinese zum Einsatz und jede relevante Kreuzung ist abgebildet.
Wenn sich über lange Strecken nichts tut, werden die nummerierten Zeichen oft mit einer Kilometer oder Meterangabe versehen. Die Angabe enspricht der Entfernung, die man zurück legen muß um die beschiebene Kreuzung / Abzweig zu erreichen. Damit muß man die vielen langweiligen Straßen und Wege links und recht nicht schreiben.
Chinazeichen mit folgenden Nummer sollten genauestens auf Unregelmäßigkeiten untersucht werden:
1-2-5-6-8-9-11-21-25-28-usw.
Diese Zahlen können je nach Schriftart unbemerkt gespiegel, gedreht und/oder auf den Kopf gestellt werden. Dadurch ergeben sich ganz neue Fahrtaufträge bzw. eine andere Reihenfolge. Das beste Beispiel ist der Chinese rechts neben der Überschrift. Es ist das gleiche Zeichen, und somit auch der gleiche Fahrtauftrag, wie das linke Zeichen.
Alle China-Zeichen können gedreht und/oder gespiegelt werden (siehe Überschrift) und das ist auch meist der Fall. Dieses kann an Unregelmäßigkeiten bei der Numerierung und/oder der Kilometrierung erkannt werden. Nicht alle Veranstalter spiegeln komplett. Das heißt: Nur das eigentliche Chinazeichen wird gespiegelt und die Numerierung wechselt nur auf die andere Seite. Das ist nicht nett, aber völlig normal. Der Zusatz "gesp." oder nur der Buchstabe "g" gilt durchaus als "klare" Kennzeichnung für einen gespiegelten Chinesen.
Ebenso können Chinazeichen sich zueinander überlappen. Ich empfehle aber allen Veranstaltern, protestsichere Anhaltspunkte einzubauen, damit dies auch klar ersichtlich ist. Chinazeichen überlappen auch sehr häufig zur nächsten Zeichenaufgabe oder zum Streckenplan (nicht bei der kleinen Camel Trophy oder im OSWP), da der Veranstalter sagt: "ORI-Grundregel: Fahre jedes Zeichen vom Anfang bis zum Ende!"Wenn dich dann das letze Chinazeichen sicher über eine Kreuzung führt und die nachfolgende Aufgabe laut Karte auf dieser Kreuzung beginnt, handelt es sich klar (?) um eine Überlappung. Endet eine Aufgabe nach Karte 150 m vor einer eindeutigen Kreuzung und das Chinazeichen zeigt diese Kreuzung und hat die Entfernungsangabe 200 m, dann ist auch dieses eine Überlappung.
Während im ersten Fall die eigentliche Überlappung nach Karte gefahren wird, liegt im zweiten Fall die Örtlichkeit zugrunde. Man beachte den kleinen aber feinen Unterscheid. Klar muß auch sein, daß die Chinazeichen weder maßstäblich noch proportional im gleichen Größenverhältnis gezeichnet sein müssen.

So sahen 2004 die Chinesen aus: