Fischgräte

Von vielen gehast, aber ich liebe sie. Leider hat die Fischgräte einen großen Nachteil, wie alle Aufgaben nach Örtlichkeit. Wenn etwas nicht simmt, ist der Teufel los. Aber beginnen wir mit Grundsätzlichem.
Es handelt sich um eine Wegbeschreibung die zum größen Teil nach Örtlichkeit gefahren wird. Der vorgegebene Fahrweg wird gestreckt dargestellt. Wir fahren vom Schwanz, in der Regel als Punkt (Standpunkt) dargestellt, immer dem Rückgrat entlang. Alle nichtbefahrenen Wege werden als Gräten dargestellt.
Nun darf man in eine Fischgräte nicht mehr hinein interpretieren, als man tatsächlich weis. Wir wissen, dass wir auf einer Straße kommen, die mit dem Punkt, und das wir auf einer weiter fahren, zum Pfeil. Das ist das gerade dargestellte Stück, welches aber in der Natur nicht gerade sein muß! Entsprechend der dargestellten Gräten, muß am nächsten Ereignis so gefahren werden, dass die Straßen links oder rechts von einem liegen.
Ja, - das erste mal ist immer etwas kompliziert, aber mit üben wird das schon.
Beispiel: Ihre Fischgräte zeigt als erstes eine Gräte nach rechts. Da wir vom "Schwanz / Standpunkt" des Fisches bis zu seinem "Kopf / Pfeilspitze" immer am Rückgrat entlangfahren sollen, müssen wir diese Gräte rechts liegen lassen. Das heißt für uns folgendes: Das nächste Ereignis hat drei Straßen. Auf einer kommen wir, eine lassen wir rechts liegen, und auf einer fahren wir weiter. Weiteres ist daraus nicht ersichtlich. Wir wissen jedoch schon eine ganze Menge. Wir suchen nicht wie ein blutiger Anfänger einen Weg von rechts, das kann nämlich ganz leicht in die Hose gehen! Nein, wir suchen die nächste Einmündung oder Abzweig, gleichgültig wie dieser aussieht! Das kann in unserem Fall folgendes sein:

  1. Eine Einmündung von rechts bzw. ein Abzweig nach rechts
  2. Eine sogenannte T- oder Y-Kreuzung
  3. Eine Einmündung von links bzw. ein Abzweig nach links
Mehr gibt es nicht! Oder?

Schauen wir uns das mal an:

1. Fall
Treffen wir auf Fall 1 dann haben selbst blutige Anfänger kein Problem. Psst.... Geradeaus fahren und die Gräte rechts liegen lassen.
Fall 1
2. Fall
Treffen wir auf Fall 2 dann haben wir unser erstes Problem. Aber nur wenn wir uns am geraden Rückgrat orientieren. Halten wir uns aber an die Fischgräte die uns sagt: "Eine rechts liegen lassen.", dann wird klar, Links fahren und die Gräte ebenso wie die Straße rechts liegen lassen.
Fall 2
3. Fall
Beim Fall 3 stimmt für den Anfänger nichts mehr. Der Weg ist auf der falschen Seite und Ratlosigkeit breitet sich aus, bzw. der links liegende Weg wird auf der Suche nach einem Rechten übersehen. Aber niemand hat gesagt das der zu fahrende Weg gerade ist. Es hat nur geheisen: "Eine rechts liegen lassen." Also hart links abbiegen und dann ist die Welt wieder in Ordnung, denn beim links abbiegen bleibt die geradeaus führende Straße rechts von uns liegen.
Fall 3

Mit allen anderen Gräten wird genauso verfahren!
Das eigentliche Problem bei dieser Aufgabe ist die Frage: Was ist ein Weg? Was wird geschrieben?
Die Grunddevinition lautet: Alles was sichtbar weiterführt und nicht auf einem Grundstück endet wird als Gräte geschrieben.
Aber der Fahrtleiter macht seine Unterlagen am Tage und uns jagt er Nachts über die Strecke. Für ihn führt der Grasweg weiter und daher zeichnet er eine Gräte ein. Wir sehen den Grasweg nicht einmal. Dafür sehen wir einen Asphaltweg und streichen eine Gräte ab. Später erklärt man uns, dass das eine Grundstückseinfahrt war und somit nicht zählt. Fehler und Falschinterpretationen ziehen großen Frust nach sich.
Daher gibt es bei der kleinen Camel Trophy die Fischgräte nur, wenn die Wege klar erkenntlich sind. Im Jahre 2003 hatten wir einen tollen Parkplatz für die Fischgräte und keinerlei Interpretationsprobleme. Alle hatten bei der Aufgabe mächtig Spass und so soll es sein.
Auch künftig wird es Fischgräten nur geben, wenn Mißverständnise ausgeschlossen werden können.